Aktuelles

UNSER AKTUELLES PROJEKT
Der „Three Sisters“ Kindergarten


Dieser Kindergarten wurde 2003 mit weniger als 20 Kindern von 3 Frauen (Three Sisters) im Township Philippi / Kapstadt als Selbsthilfeprojekt gegründet. Ziel war es, die Ernährung der Kinder sicherzustellen und den in Obhut genommenen Kindern Schutz vor Gewalt und Übergriffen zu gewähren.

Inzwischen wird der Kindergarten von 85 Kindern besucht. Sie sind in alten, ausrangierten Containern und mehreren Holzhütten untergebracht. Das Außengelände bietet Platz zum Spielen. Vor der heißen, südafrikanischen Sonne schützt ein großes, aus Spendengeldern finanziertes, Sonnendach. Auch einen kleinen Gemüsegarten haben die Erzieherinnen angelegt. Der Kindergarten ist durch einen hohen Zaun gesichert, umgeben von einem großen Grundstück, das für eine eventuelle Erweiterung des Kindergartens reichlich Platz bietet.

Zanele Mgoqi, die Leiterin des Kindergartens, hat eine Ausbildung als Erzieherin; Bulelwa, ihre Tochter, die auch hier arbeitet, hat eine Ausbildung zur Erzieherin begonnen. Noch bis zu 5 weitere Frauen betreuen die Kinder und ein Hausmeister sorgt für die Instandhaltung und Sicherung der gesamten Anlage.

  





Die Kinder, die dort betreut werden, sind zwischen 4 Monaten und 6 Jahren alt. Viele leben bei alleinerziehenden Müttern, die Väter haben ihre Familie im Stich gelassen oder leben nicht mehr.

Im Kindergarten bekommen die Kinder täglich 2 Mahlzeiten, Frühstück und Mittagessen, die mit Produkten aus dem eigenen Garten ergänzt werden. Die Ernährung im Kindergarten ist somit - vor allem durch die Unterstützung unseres Fördervereins - besser als zu Hause, da in vielen Familien das Geld für eine ausreichende und ausgewogene Ernährung nicht ausreicht. Die Kinder spielen und lernen hier altersgemäß. Den älteren Kindern werden erste englische Sprachkenntnisse vermittelt, damit sie in den überfüllten Klassen der Grundschule, wenn sie dort überhaupt einen Platz finden, bessere Bildungschancen haben.
Ganz wichtig ist den Erzieherinnen die soziale Erziehung der Kinder. Die Kinder lernen, dass die häufig von ihnen erlebte Gewalt der Menschen untereinander nicht zwangsläufig zum Leben im Township dazu gehört. Den jungen Menschen werden Perspektiven aufgezeigt und sie erfahren hier, dass es auch für sie im neuen Südafrika Hoffnung und Möglichkeiten der Entwicklung gibt. „Wir machen den Kindern Mut und wir wollen sie stark machen für das Leben in einer vielfältigen Gesellschaft“, so Zanele Mgoqi, Leiterin des Kindergartens. Auch Schulkinder, die früher den Kindergarten besucht haben, kommen gern hierher zurück, um ihren Nachmittag mit Spielen und Lernen in sicherer, behüteter Umgebung zu verbringen.

Die Mütter bzw. Eltern bezahlen pro Monat ca. 8 € für den Kindergartenbesuch. Es ist wichtig, dass sie etwas bezahlen, da auch sie einen Beitrag zur Erziehung ihrer Kinder leisten sollen und wollen. Eltern, die nichts bezahlen können, arbeiten im Kindergarten mit (Küche, Reinigung, Betreuung der Kinder).

Die Spendengelder werden verwendet für das Essen (Elternbeiträge reichen hierfür nicht), die Löhne der MitarbeiterInnen, für notwendige Anschaffungen und die technische Instandhaltung des Kindergartens.


Ziele für die Zukunft:

- Offizielle Registrierung des Kindergartens durch die Stadt Kapstadt, was eine finanzielle Unterstützung des Kindergartens durch   den Staat begründet. Somit wäre auch der Standort des Projekts langfristig gesichert.

- Bau eines Steinhauses als Ersatz für Holzhütten und Container

- Anlegen eines Sport- und Spielplatzes – auch für Kinder aus der Nachbarschaft

- Einrichten einer Nachmittagsbetreuung für Schulkinder

    - Hilfe bei den Hausaufgaben
    - Einrichten einer kleinen Bibliothek
    - Spielmöglichkeiten
    - Angebote von Kursen (Tanz, Theater, Musik, basteln, . . .)

- Bohren eines Brunnens, damit der Gemüsegarten mit kostenlosem Wasser versorgt werden kann



Erfahrungsbericht einer deutschen Studentin

Im Februar 2014 besuchten wir 3 Tage lang den Kindergarten der „Three Sisters“ im Township „Philippi“ in Kapstadt. „Wir“ sind 4 Grundschullehramtsstudentinnen aus Deutschland und waren 3 Wochen lang auf Reisen in Südafrika. Uns allen war der Besuch im Kindergarten sehr wichtig, da wir Südafrika auch gerne einmal abseits der Touristenattraktionen erleben wollten. Einfach näher an das Leben der einfachen Leute herankommen.
Als wir an unserem ersten Tag gemeinsam mit Birgit zum Kindergarten gefahren sind, wussten wir alle nicht wirklich was uns erwartet. Die Vorstellung eines Townships war für uns, die alle im wohlhabenden Deutschland aufgewachsen sind, völlig fremd und in gewisser Hinsicht war der erste Eindruck schon schockierend. Die Umstände, unter denen die Menschen leben, sind aus unserem europäischen Blickwinkel kaum vorstellbar. Dafür war der erste Eindruck, als wir den Kindergarten betraten, umso positiver. Überall wuselten Kinder über das Gelände mit den 2 Containern und der Holzhütte. Von allen Seiten wurden wir mit großen Augen angesehen und mit vielen schüchternen Blicken bedacht. Auch von Seiten der Erzieherinnen wurden wir sehr herzlich begrüßt.

Von den „Three Sisters“, die den Kindergarten gegründet hatten, war zu dem Zeitpunkt nur eine im Kindergarten. Sie heißt Zanele und leitet den Kindergarten mit sehr viel Begeisterung und Herzblut. Gemeinsam mit ihrer Tochter Bulelwa unterrichtet sie die älteren Kinder im Alter von 4 bis 6 Jahren. Spielerisch sollen die Kinder schon im Kindergarten grundlegende Dinge wie Zahlen, Buchstaben und vor allem die englische Sprache erlernen. Die jüngeren Kinder hatten den ganzen Tag die Möglichkeit frei zu spielen.

              

Direkt am ersten Tag haben wir mit den älteren Kindern ein Projekt zum Thema „Zähne putzen“ durchgeführt. Dabei waren wir natürlich voll auf die Hilfe der Erzieherinnen angewiesen, da die Kinder noch kein Englisch sprechen, sondern nur ihre Muttersprache Xhosa. Bulelwa hat uns unterstützt und mit den Kindern unsere Ideen durchgeführt.
So wurde es uns möglich, erst einmal die Kinder kennen zu lernen und dann mit ihnen darüber zu sprechen, was gut für Zähne ist und was Zähne kaputt macht. Im Anschluss haben wir gemeinsam mit den Kindern das Zähne putzen geübt. Die Zahnbürsten dafür wurden von verschiedenen deutschen Firmen und Krankenkassen als Werbegeschenke zur Verfügung gestellt.

An den zwei weiteren Tagen haben wollten wir vor allem sehen, wie der Alltag im Kindergarten aussieht. So haben wir miterlebt wie die Kinder lernen, singen, malen, essen und schlafen. Immer wieder ist uns dabei aufgefallen, mit welcher Begeisterung Zanele, Bulelwa und die anderen Frauen mit den Kindern umgehen und ihnen etwas beibringen möchten.
Vieles ist dort im Kindergarten anders, als wir es kennen. Die Bedingungen und Möglichkeiten des Kindergartens sind sehr eingeschränkt, aber die Menschen begegneten uns mit sehr viel Wärme und Herzlichkeit. Wir haben viele Eindrücke gewonnen, viel erlebt und Erfahrungen gemacht, die keine von uns so schnell vergessen wird.

Lena Voß




simunye.de - we are one ©2009-2017 | Impressum